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Pflanzenbau 2016

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Beitrag vom 07. November 2016

Herbizide im Raps zum Vegetationsende

Ungräser, die erst nach einer Behandlung mit blattaktiven Gräserherbiziden aufgelaufen sind, können, insbesondere bei pfluglos bestelltem Raps sowie auf Schlägen mit hohem Auftreten von Trespe und Ackerfuchsschwanz, mit einem bodenwirksamen Präparat (Kerb Flo, Groove, Cohort o.a.) zum Vegetationsende hin bekämpft werden. Bei derzeitigen Temperaturen unter 10° C können die genannten Mittel eingesetzt werden. Alternativ kommt Milestone mit 1,5 l/ha in Betracht; neben Ungräsern wer-den zudem noch verbliebene Kamille, Kornblume, Klatschmohn und Leguminosen erfasst. Wurde bereits Runway vorgelegt, ist ein Einsatz von Milestone nicht möglich.

Terminhinweis: Grundlehrgang zur Erlangung der Sachkunde in Bad Hersfeld am 28. u. 29.11., 5. u. 6.12. jeweils 17:30 Uhr. Anmeldungen unter 0561/7299-222.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 30. September 2016

Nmin-Bodenprobenentnahme 2016

Mit einer Nmin-Probe wird der Nitrat- und Ammoniumgehalt im Boden gemessen. Besonders wertvoll sind die Untersuchungen im Herbst, denn sie geben einen Hinweis darauf, ob die angebauten Kulturen optimal gedüngt und eine hohe Ausnutzung der organischen Düngung erreicht wurde, oder ob eine Veränderung der Düngestrategie sinnvoll wäre. Zum Schutz ihrer Trinkwasservorkommen unterstützen die Kommunen Alheim, Cornberg, Eiterfeld, Friedewald, Hauneck, Heringen, Herleshausen, Hohenroda, Kirchheim, Neuenstein, Niederaula, Philippsthal, Ringgau, Ronshausen, Rotenburg a.d.F. und Schenklengsfeld ihre Landwirte über das Beratungsangebot der AGLW seit Jahren erfolgreich. So werden im Auftrag der AGLW auch in diesem Herbst (ab dem 15.10.) in Wasserschutz- bzw. –einzugsgebieten wieder Nmin-Bodenproben mit einem Jeep entnommen, der mit Terrareifen ausgestattet ist. Die Ergebnisse (z.T. incl. Grundnährstoffuntersuchung) werden ab November mit den Bewirtschaftern der Flächen besprochen.

Dr. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623/933207

 

Beitrag vom 30. September 2016

Hinweise zur derzeitigen Situation

Aufgelaufene Saaten wiederholt auf Blattläuse untersuchen (besonders Flächen in warmen Tallagen, in Nachbarschaft zu Maisschlägen o. zu Ausfallgetreide). Bekämpfungsschwelle mit Insektiziden liegt bei 10-20 % befallener Pflanzen; Ausfallgetreide beseitigen! Im Winterraps Wuchsregulierung mit Bordüngung kombinieren: 100-150 g/ha im Raps mit 3-4 Blättern, 150-250 g/ha für größere Bestände. Aufnahme nur teilweise über die Blätter; der Rest wird in Boden eingewaschen u. über die Wurzeln aufgenommen. Nach Einlagerung in die Blätter wird Nährstoff nicht mehr mobilisiert. Herbizideinsatz im Getreide: Sortenverträglichkeit von Carmina u. Lentipur 700 im WW beachten! Bacara Forte, Cadou, Herold u. Malibu (Wirkstoff Flufenacet) mit Fingerspitzengefühl im Roggen einsetzen.

K.-H. Claus; LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 30. September 2016

Mangandüngung zu Wintergerste

Bei trockener Witterung und guter Bodenstruktur ist die Wintergerste in diesem Jahr zumeist früh gesät worden, so dass sich die Bestände bis zum Vegetationsende kräftig und ggf. auch weit entwickeln können. Um die Winterhärte dieser Bestände zu verbessern, sollten sie ab dem 4. Laubblatt mit 1,0 l/ha Mangannitrat (235 g Mn/ha) gedüngt werden. Möglich wäre eine solche Düngung auch im November, bzw. ab der Bestockung. Nach der Düngung sollte es etwa 6 Stunden, besser einen Tag trocken sein. Eine Mischung mit Herbiziden und Insektiziden ist möglich. Als besonders bedeutsam hat sich diese Düngung in der hiesigen Region in trockenen oder feuchten Herbsten erwiesen. Das Ertragsplus lag im Mittel von 4 Jahren und 10 Praxisversuchen bei 5,5 dt/ha. Dies dürfte außerdem auf eine verbesserte Wurzelentwicklung und dadurch auf eine bessere Wasser- und Nährstoffversorgung zurückzuführen sein.

Dr. Gebauer, AGLW, Telefon 06623-933207

 

 

Beitrag vom 30. September 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zur allgemeinen Situation

In sehr lückigen und ungleichmäßig entwickelten Rapsbeständen stehen Umbruchentscheidungen an. Sofern noch ca. 10-15 Pflanzen/m² relativ gleichmäßig verteilt stehen, Bestände weiterführen. Wurden metazachlorhaltige Produkte (z.B. Butisan Combi, Butisan Gold, Fuego Top) oder clomazonehaltige Produkte eingesetzt, muss beim Nachbau von WW laut Gebrauchsanweisung tief gepflügt werden (20-25cm); zumindest eine gut durchmischende Bodenbearbeitung (Grubber) durchführen. Aussaatstärken erhöhen! Auflaufendes Getreide auf Blattläuse kontrollieren! Diese sitzen z.Zt. auf dem Ausfallgetreide: diese „grüne Brücke“ vor dem Auflaufen des Wintergetreides durch intensive Bodenbearbeitung oder chemisch beseitigen.

Karl-Heinrich Claus; LLH HEF/FD, Telefon 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 26. September 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zur aktuellen Situation

Bodenbearbeitung nach der Maisernte: Befallsgrade des Maiszünslers erreichen in diesem Jahr auf verschiedenen Schlägen zwischen 30 u. 40%! Die Larve des Schmetterlings überwintert in der Maisstoppel; diese daher konsequent mulchen! Zusammen mit einer anschließenden Pflugfurche (sofern es Standort u. Schwarzwildproblematik erlauben) sind beides die effektivsten Maßnahmen um den Befall einzudämmen. Das Mulchen muss flächendeckend erfolgen, besonders in Gemarkungen mit intensiven Maisfruchtfolgen. Ein weiterer Effekt: die gemulchte Stoppel verrottet besser – eine wichtige Voraussetzung um das Infektionsrisiko durch Fusarien im folgenden Weizen/Triticale  zu reduzieren (dies gilt besonders für pfluglos arbeitende Betriebe). Situation Winterraps: Bestände oft extrem unterschiedlich entwickelt: Pflanzen mit 6-8 Blättern wachsen zwischen einer Vielzahl von Pflanzen die gerade mal 2-3 Blätter gebildet haben. Maßnahmen die kleinen Raps fördern, umgehend durchführen: u.a. Ausfallgetreide beseitigen, ggf. noch Herbizide einsetzen u. Rapserdfloh beachten! Sofern keine org. Düngung zur Saat erfolgt ist, zeitnah eine mineral. N-Gabe einplanen. Ungleichmäßig entwickelte Bestände zur Wuchsregulierung allenfalls mit angepassten Aufwandmengen von Azolen (Folicur, Orius etc.) behandeln, um kleinen Raps in seiner Entwicklung nicht zu bremsen! Feldmäuse: Nager kontrollieren u. bei Bedarf Köder mit dem Wirkstoff Zinkphosphid auf ldw. genutzten Flächen verdeckt auslegen. Wi-Gerste: auflaufende Bestände auf Blattläuse kontrollieren – Maßnahmen nur nach dem Erreichen der Schadschwelle – keine pauschalen TM bei der Unkraut- bzw. Ungrasbekämpfung!

Karl-Heinrich Claus; LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 08. September 2016

Organische Flüssigdüngung Herbst 2016

In diesem Jahr wird die neue Düngeverordnung nicht mehr in Kraft treten. Dennoch sollte man schon jetzt versuchen die neuen Vorgaben umzusetzen, um eventuell auftretende Probleme bei der Ausbringung der organischen Dünger im Herbst zu erkennen. Nur so können Lösungen für das kommende Jahr gefunden werden. Dies bedeutet:

  • 1. organisch Düngung auf Ackerflächen nur bis zum 30.09. und dann
  • 2. nur zu Raps oder zu Zwischenfrüchten. ausbringen
  • 3. Die Höhe der organischen Düngung auf 30 kg/ha Ammonium-N bzw. 60 kg/ha Gesamt-N begrenzen. Ob zu Gerste nach Getreidevorfrucht noch eine org. Füssigdüngung erlaubt sein wird ist unsicher. Aufgrund der hohen N-Freisetzung  in den hiesigen Böden ist eine organische Flüssigdüngung zu Gerste jrdoch selten wirtschaftlich.
  • 4. Keine org. Düngung mehr auf Grünland nach dem 31.10.!!.

Berücksichtigen Sie die neuen Vorgaben schon jetzt v.a. in den Wasserschutzgebieten.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 08. September 2016

Winterroggen: Sorten- und Anbauempfehlungen Herbst 2016

Winterroggen ist ein wertvolles Futter- und Backgetreide. Die wichtigsten Kriterien bei der Sortenwahl sind die Anfälligkeit der Sorten für Rynchosporium, Braunrost und Mutterkorn sowie gute Standfestigkeit. Mehrjährig ertragstreu und leistungsstark sind die Hybriden

  • SU Forsetti und
  • SU Performer (ertragsstark, relativ gesund, Mutterkorn mittel),
  • SU Cossani (Braunrost gering),
  • KWS Bono (Ertrag mittel, Mutterkorn geringer).
  • Conduct (Populationssorte) liegt ertraglich ca. 15% hinter den Hybriden, ist weniger anfällig gegen Mutterkorn.

Neu:

  • KWS Daniello und
  • Gatano (blattgesund, Mutterkorn gering).

Das Mutterkornrisiko durch exakte Tiefenablage und angepasste Saatmenge reduzieren, denn gleichmäßig bestockte Bestände blühen zügig ab.

G. Käufler, LLH, Eichhof Tel: 6621/9228-15

 

Beitrag vom 01. September 2016

Wintertriticale: Sorten- und Anbauempfehlungen Herbst 2016

Aufgrund des vertretbaren Aufwandes in der Bestandesführung wird Triticale gern für die Veredlung gebaut. Mehrjährig geprüfte Sorten:

  • Adverdo (gute Winterhärte und Rosttoleranz, Mehltau beachten),
  • Agostino (kurzstrohig, standfest, blattgesund, nicht ganz winterhart),
  • SU Agendus (sehr gelbrostanfäl-lig),
  • Rhenio (winterhart, nicht ganz standfest, Gelbrost mittel),
  • Securo (langstrohig, winterhart, blatt-gesund).

Neue kurzstrohige Sorten:

  • Barolo (Winterhärte und Gelbrost mittel, Braunrost gering, mittleres TKG),
  • Lombardo (sehr winterhart, Braunrost beachten, hohes TKG),
  • Tantris (standfest, rel. blattgesund, hohes TKG).

Triticale kann von Ährenfusariosen befallen werden, nach Vorfrucht Mais pflügen um DON-Gehalte niedrig zu halten. Anfälliger sind:

  • Cosinus, Talentro, SU Agendus, Silverado.

G. Käufler, LLH, Eichhof Tel: 06621/9228-15

 

 

Beitrag vom 25. August 2016

Winterweizen: Sorten- und Anbauempfehlungen Herbst 2016

Nach einem milden Winter ohne nennenswerte Fröste war das Frühjahr geprägt von langanhaltend feucht-kühlen Bedingungen. Die Wurzelentwicklung vieler Bestände war auf den schwereren Böden nicht optimal. Dort blieben die Erträge oft hinter den Erwartungen zurück, leichtere Standorte brach-ten gute Erträge. Neben Gelbrost trat auch Schneeschimmel auf. Nur einzelne Partien anfälliger Sorten waren von Fusarien betroffen. Zur Ernte trat z.T. Lager auf und die Fallzahlen fielen ab. Gesunde, standfeste und winterharte Sorten dienen der Risikoabsicherung.

Empfehlenswerte Sorten A-Qualität:

  • RGT Reform (winterhart, standfest, gesund), Kerubino (winterhart, früh),
  • Julius (winterhart, FZ-stabil, etwas später abreifend), Patras (winterhart, gesund).

B-Qualität, ausreichend winterhart:

  • Colonia (mittlere Abreife),
  • Desamo (gesund, standfest),
  • Faustus (früh, blattgesund),
  • Rumor (früh, gelbrostanfällig).

Probeanbau:

  • Bosporus,
  • Partner.

C-Qualität:

  • Elixer (etwas später reifend, DTR-anfällig, sehr blatt- und ährengesund),
  • Anapolis (gering anfällig für Fusarium, Winterhärte etwas schwächer).

Grannenweizen:

  • Premio,
  • Arezzo,
  • Isengrain,
  • Solehio (Braunrost, Lager!).

Keine zu frühen Saattermine wählen (Gefahr von Verzwergungsvirusbefall)!

Gabriele Käufler, LLH, Eichhof Tel: 06621/9228-15

 

 

Beitrag vom 22. August 2016

Stoppelbearbeitung u. Terminhinweise

Nach der Ernte die Getreidestoppel mehrmals flach bearbeiten um Fuchsschwanz, Trespen etc. zum Keimen zu bringen und dann mit der nächsten Bearbeitung zu beseitigen. Das Samenpotential wird hierdurch in den oberen 5 cm Boden deutlich reduziert, und der Unkraut- und Ungrasdruck in der Folgekultur stark abgesenkt. Durch das Braunhalten der Fläche wird die „Grüne Brücke“ zerstört und der Verbreitung von durch Blattläuse übertragenen Getreidevirosen entgegengewirkt.

Termin: Pflanzenbauhinweise jeweils 20°°: 6. 9. Eiterfeld; 8. 9. Bebra; 12.9. Sontra; 13.9. Niederaula

K.-H. Claus; LLHHEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 19. August 2016

Wintergerste: Sorten- und Anbauempfehlungen 2016/17

Die Wintergerste litt in diesem Jahr unter den feucht-kühlen Bedingungen, Nässe begrenzte das Wurzelwachstum auf den besseren Standorten, während leichte Böden überraschend gute Erträge lieferten. Der Durchschnittsertrag der hessischen Standorte lag bei 94,1 dt/ha (mz) bzw. 93,9dt/ha (zz). Starker Befall mit Ramularia führte teilweise zum Einbrechen der Bestände, die Hl-Gewichte enttäuschten dann. Der Mehrertrag durch Fungizideinsatz betrug 18dt/ha.
In unserer Region empfehlenswerte Sorten mehrzeilig:

  • KWS Meridian (winterhart, Halm-, Ährenknicken),
  • KWS Keeper (GMV-Doppelresistenz, langstrohig),
  • Tamina (gesund, langstrohig, standfest, etwas später abreifend),
  • SU Ellen (GMV-Doppelresistenz, frühreif, standfest, Ährenknicken),
  • Lomerit.

Vorteile der zweizeiligen Sorten sind die Kornqualität und sehr gute Standfestigkeit. Empfehlenswert sind die

  • bewährte Sandra oder auch
  • Matros (ertragsstark, winterhart, spätreif, nicht GMV-resistent) sowie
  • California (etwas spätere Abreife).

Gerste wegen Virusgefahr und Risiko des Überwachsens nicht zu früh säen, Kalken und auf gute Bodenstruktur achten. Gute Kaliversorgung verbessert die Winterhärte!

Gabriele Käufler, Fachreferentin Marktfruchtbau, LLH, Landwirtschaftszentrum Eichhof, Tel: 06621/9228-15.

 

 

Beitrag vom 15. August 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zum Herbizideinsatz im Winterraps

Clomazonehaltige Produkte (z.B. Colzor Trio, Echelon, Cirrus) u.a. gegen Rauken u. Kreuzblütler, unterliegen Auflagen, die deren Einsatz einschränken. Basis für clomazonefreie Lösungen sind metazachlorhaltige Präparate (z.B Fuego, Butisan, Rapsan, Fuego Top, Butisan Top, Butisan Gold, Butisan Kombi, Katamaran Plus) unmittelbar nach der Saat – vor allem wenn Probleme mit Hirtentäschel o. Hellerkraut zu erwarten sind! TM mit Stomp aqua (nur VA!) verbessern die Wirkung hinsichtlich Mohn und Stiefmütterchen. Haben die Unkräuter das Keimblattstadium erreicht oder überschritten, gehen die Wirkungsgrade rapide zurück. Ein breites Unkrautspektrum, incl. Storchschnabel, deckt die Spritzfolge aus Butisan Gold im VA und Effigo ab 4Blattstadium ab. Ähnlich zu bewerten ist der Runway-Kombi Pack mit Butisan Kombi (im VA) und Runway (v.a. auch gegen Mohn) im frühen NA. Alternativ zum Wirkstoff Clomazone kann gegen Rauken mit Fox im Splitting geplant werden. Auf nicht drainierten Flächen ist die Kombination aus Fuego Top u. Quantum vom VA bis zum Durchbrechen der Keimblätter möglich.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 05. August 2016

Gülledüngung und Leguminosenuntersaat zu Raps

Unter Berücksichtigung der neuen – noch nicht verabschiedeten – Dünge-VO, wird im Herbst (bis 30.09.) eine organische Flüssigdüngung zu Raps mit bis zu 60 kg Gesamt-N bzw. 30 kg Ammonium-N/ha möglich sein. Diese Düngung darf jedoch nicht zu einer verminderten N-Effizienz führen, denn bei der zukünftig veränderten Düngebilanz soll sich die Berechnungsgrundlage für die N-Ausnutzung der Organischen Flüssigdünger verdoppeln. Die organische Herbstdüngung muss also entweder zu höheren Erträgen oder zu einer verminderten Frühjahrsdüngung führen. Erhöhte N-Aufnahmen von im Herbst gut entwickelten Rapsbeständen sollten deshalb bei der Frühjahrsdüngung zu 70 % angerechnet werden. Bei der derzeit feucht-warmen Witterung führt v.a. eine tiefere Lockerung des Bodens zu einer erhöhten N-Freisetzung im Boden. Dieser Stickstoff reicht heutzutage für die Strohrotte und im Allgemeinen auch für eine normale Herbstentwicklung des Rapses aus. Bei der Gülledüngung besteht deshalb immer auch die Gefahr des Überwachsens und einer verminderten Winterhärte!
Braucht zu Raps keine oder nur die Hälfte der o.a. organischen Düngung ausgebracht werden, weil sie zu Zwischenfrucht- bzw. Grünlandflächen ausgebracht werden kann, dann testen Sie, im Probeanbau, die Erbsenuntersaat im Raps (v.d. Saat 1,0 dt/ha Erbsen mit dem Schleuderstreuer aussäen und diese mit der Rapssaat einarbeiten). Ziel: N-Versorgung des Rapses im Herbst/Frühjahr durch abfrierende Erbsen verbessern, ggf. Reduzierung von Rapsschädlingen nach dem Verbot der Neonicotinoide, u.a. durch andere Farbe und Geruch des Bestandes.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 29. Juli 2016

Ausfallraps möglichst vollständig zum Keimen bringen

Bei Raps liegen die unvermeidbaren Ernteverluste bei mehr als 3000 Körnern/qm, also bei mehr als 60 % der Aussaatmenge. Werden diese Körner in den Boden eingearbeitet, bauen sie in der Dunkelheit eine sekundäre Keimruhe auf und bleiben bis zu 20 Jahre keimfähig. Bei zukünftigen Rapsaussaaten kann sich dadurch die Bestandesdichte um mehr als 5-10 % erhöhen und der Ertrag vermindern (Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, verminderte Winterhärte, fehlender Zuchtfortschritt). Deshalb ist nach der Rapsernte zunächst auf eine Bodenbearbeitung zu verzichten. Eine deutliche Steigerung der Keimrate wird durch Mulchen der Rapsstoppeln erreicht, das gleichzeitig der Feldhygiene dient (Bekämpfung von Phoma, Rapskrebs u.a.). Geeignet sind auch das Kreiselmähwerk, der Strohstriegel und die Cambridge Walze. Eine erste, möglichst flache Bodenbearbeitung nach 3-4 Wochen bringt weiter Körner zum Keimen.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 22. Juli 2016

Winterraps: Sorten- und Aussaatempfehlungen 2016/17

Die Rapsaussaat steht bevor und damit auch die Sortenentscheidung.

Keine Neuzugänge bei den Liniensorten, geeignet sind: Adriana, Patron (hohe Ölgehalte), bei frühem Saattermin NK Grandia (reift etwas später ab).

Hybridsorten: Sherpa, Arsenal (beide robust, auch für spätere Saattermine), PR46W20, Raptor, Comfort, Mercedes (alle hohe Ölgehalte), Avatar (hoher Ölgehalt, nicht auf schwachen Standorten), Marathon.

Für den Probeanbau: Raffiness (gesund, hoher Ölgehalt), Penn (nicht zu früh säen).

Saatstärken zwischen 35 – 45 Körnern/m2 bei Hybriden (45 – 55 Kö/m2 bei Liniensorten) haben sich bewährt. Auf exakte Tiefenablage (1-2cm) achten. Saatbettqualität ist wichtiger als der Termin, auch spätere Saaten Ende August oder Anfang September bringen Höchsterträge.

Gabriele Käufler, Fachreferentin Marktfruchtbau, LLH, Landwirtschaftszentrum Eichhof, Tel: 06621/9228-15

 

 

Beitrag vom 15. Juli 2016

Zwischenfruchtanbau als Nährstoffspeicher

Die N-Aufnahme verschiedener Zwischenfruchtmischungen schwankte Ende Oktober 2015 zwischen im Mittel 70 und 90 kg N/ha (max 180 kg N/ha). Unter Berücksichtigung der organischen Düngung (einige Fl. ohne OD) ergaben sich N-Salden zwischen -55 und -85 kg N/ha. Die Zwischenfrüchte ha-ben in dem warmen Herbst also auch beachtliche Mengen des freigesetzten Boden-N gebunden. In den Praxisvergleichen 2013 u. 14 deutete sich bereits an, dass der von den Zwischenfrüchten aufgenom-mene N von den nachfolgend angebauten Kulturen weitgehend genutzt werden kann. Dies bestätigte sich im trockenen Jahr 2015. Hier wurde mit 1,0 dt/ha DAP/ha ein leicht höherer Ertrag erzielt als mit zusätzlich 12,5 bzw. 25 cbm Biogassubstrat/ha. Auf 9 Standorten deutet sich 2016 ein ähnliches Er-gebnis an. Der Wert der Zwischenfrüchte steigt also über eine angepasste Düngestrategie, d.h. mit der Nutzung des „Nährstoffspeichers“ Zwischenfrucht.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, 06623-933207

 

 

Beitrag vom 15. Juli 2016

Vorzeitige Ernte von Leguminosen mit ÖVF deklariert

Grundsätzlich müssen sich die großkörnigen ÖVF-Leguminosen in der Zeit vom 15.05. -15.08. auf der Fläche befinden (§ 32 Direktzahlungen-Durchführungsverordnung). Wenn bei großkörnigen Legumi-nosen eine frühere Ernte erfolgen soll, ist dies der Bewilligungsstelle spätestens drei Tage vor Beginn der Ernte schriftlich anzuzeigen. Nach der Beendigung des Anbaus im Antragsjahr muss eine Winter-kultur oder Winterzwischenfrucht folgen (§ 18, Abs. 4 Direktzahlung-Durchführungsgesetzt). Flächen mit ÖVF-Leguminosen dürfen auch bei einer Ernte vor dem 15.08. frühestens ab dem 16.08.2016 wieder bestellt werden. Kleinkörnige Leguminosen müssen bis zum 31.08. auf der Fläche verbleiben.

Informationen beim FD Ländlicher Raum unter 06621-87-2221.

 

 

Beitrag vom 08. Juli 2016

Zwischenfruchtanbau Herbst 2016

Die Erfahrungen der zurückliegenden beiden Jahre haben gezeigt, dass der Anbau von Zwischenfrüchten v.a. dann teuer ist, wenn er nicht gelingt. Folgende Erkenntnisse lassen zusammenfassen:

  1. Senf bzw. Senf/Ölrettichmischungen wiesen nur etwa 50 % (2014) – 70 % (2015) der Biomassebildung und der N-Aufnahme auf wie Mischungen mit mehreren Partnern. Trotz niedrigem Einkaufspreis waren die Kruziferen deshalb „teuer“. Die Reduzierung der Unkrautdichte ist nach Untersuchungen aus Baden-Württemberg nach Senf mehr als 20 % geringer als z.B. nach Öllein, Buchweizen, Sommerwicke oder Roggen. Mischungen mit Kruziferen (nicht in Rapsfruchtfolgen!) und/oder Leguminosen waren deutlich überlegen.
  2. Gülle (60 kg/ha Gesamt-N) und FM möglichst vor der Aussaat einarbeiten.
  3. Bei Bodenbearbeitung. mit Grubber oder Pflug waren Unterschiede in der N-Aufnahme nicht festzustellen.
  4. Mischungen ohne Kruz. möglichst zügig bis ca. Mitte August aussähen, Mischungen mit Kruz. bis Anf. Sep.. Bei später Ernte Zwf. möglichst sofort, also vor Ende der Keimruhe des Ausfallgetreides sähen.
  5. Bei Mischungen mit unterschiedlichen Saatkorngrößen erscheint die Drillsaat der Breitsaat überlegen.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, 06623-933207

 

 

Beitrag vom 20. Juni 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zum Vorratsschutz und Leguminosen

Vorratsschädlinge wie Kornkäfer, Motten oder Milben verursachen in lagerndem Getreide erhebliche Schäden und Qualitätsverluste. Um dem Vorzubeugen, vor der Einlagerung der neuen Ernte besonders Ritzen, Ecken u. Fugen der Läger mit Kehrbesen und Industriestaubsauger gründlich reinigen. Vorhandenes Altgetreide nicht mit der neuen Ernte vermischen, sondern so lagern, dass es als erstes verfüttert, bzw. auslagert werden kann. Eine zusätzliche chemische Behandlung der leeren Speicherräume schafft letzte Sicherheit vor Schädlingen: Bei der Behandlung der Lagerräume sind alle Flächen, Ritzen und Winkel sowie die benutzten Maschinen und Geräte gründlich zu benetzen. Zugelassen für die Bekämpfung von Vorratsschädlingen in Leerräumen ist K-Obiol EC 25. Befallenes Getreide beim Umlagern mit K-Obiol EC 25 o. Actellic 50 behandeln. Anwendungshinweise beachten!

Situation Leguminosen:

In der Blüte reagieren Leguminosen auf Schädlinge mit hohen Ertragsausfällen; der Befall mit Blattläusen in Erbsen u. Ackerbohnen ist z. Zt. verhalten! In Erbsen tritt zudem der Erbsenwickler auf (Larven sind später in den Schoten zu finden!) Zuflug bereits im Gang – bei Befall Bekämpfung in der Hauptblüte (z.B. Pyrethroide wie Karate Zeon, Kaiso Sorbie, Trafo WG / Lambda WG oder Pirimor einsetzen. Behandlungen nach Ende des täglichen Bienenfluges durchführen (gilt auch für B4 -Produkte)! Bevorzugt Pirimor einsetzen – Wirkungsvorteile bei wärmerer Witterung u. versteckt sitzenden Läusen. Wassermengen von > 300l/ha anstreben.

Terminhinweis Sachkundefortbildung:

22.6. Bebra-Solz; Anmeldungen unter 0561 7299-333

Karl-Heinrich Claus; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 10. Juni 2016

Durchführung der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) 2016

Bei der BEE handelt es sich um eine wichtige Erhebung, die für die Erntestatistik und gesamte Einfuhr- und Vorratspolitik der Bundesrepublik Deutschland relevant ist. Weiterhin nehmen die Qualitätsaspekte eine entscheidende Rolle ein. Die Auswahl der Betriebe geschieht in Hessen durch das Statistische Landesamt nach dem Zufallsprinzip und ist nicht beeinflussbar. Die Durchführung der Ernteermittlung erfolgt durch die Mitarbeiter des Landkreises. Diesmal sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg 5 Winterweizen-, 10 Wintergersten-, 13 Winterroggen- und 3 Rapsschläge vorgegeben. Die betroffenen Landwirte werden rechtzeitig darüber informiert und die Probeschnitte dann unmittelbar vor der Getreideernte durchgeführt.

R. Jacob, Fachdienst Ländlicher Raum, Bad Hersfeld, Tel.: 06621-87-2233

 

 

Beitrag vom 06. Juni 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zum Umgang mit mögl. Fusarienrisiko im Winterweizen

Das Auftreten von Fusarien hängt entscheidend von der Witterung in der Weizenblüte sowie Vorfrucht, Bodenbearbeitung zur Saat und der Sorte ab. Abschlussbehandlung deshalb an der Witterung ausrichten. Niederschläge fördern Fusarium, Septoria, Schneeschimmel und auch Rostkrankheiten; der Blühbeginn (wenn die allerersten Blütenblättchen an der Ähre zu erkennen sind) ist bei Regen somit der richtige Zeitpunkt für eine Behandlung. Auch auf die Rostwirksamkeit der Produkte achten; durch Zusatz von DON-Q kann Mykotoxinbildung weiter reduziert werden.

Terminhinweis: Sachkundefortbildung 22.Juni 17-21³° Bebra-Solz, Anmeldungen unter 0561/7299-333!

LLH HEF/FD, Karl-Heinrich Claus; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 30. Mai 2016 

Landwirtschaftliche Hinweise zur aktuellen Situation im Winterweizen

Weizen hat das Fahnenblatt meist komplett geschoben; früh gesäte Bestände und frühe Sorten schie-ben die Ähren. Gelbrost weiter kontrollieren! Infektionsbedingungen für Septoria tritici aufgrund der Niederschläge günstig. Blattnekrosen o. Verbräunungen der Blattspitzen nicht mit Krankheiten ver-wechseln! Abhängig von Bodenbearbeitung, Vorfrucht u. Sorte mögliches Fusarienrisiko abschätzen: Ist dieses gering Abschlussbehandlung durchführen – dabei Ertragsniveau berücksichtigen, ggf. rei-chen auch einfache Azole aus (evtl. Bravo o. Dithane zumischen). Bei Vorfrucht Mais, pflugloser Bestellung o. anfälliger Sorte Behandlung in gesunden Beständen bis zur Blüte hinauszögern u. Fun-gizide mit Wirkung gegen Fusarien einplanen!

Terminhinweis: Sachkundefortbildung 22.Juni 17-21³° Bebra-Solz u. Berneburg. Anmeldungen unter 0561/7299-333!

LLH HEF/FD, K.-H. Claus; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 27. Mai 2016 

Grasuntersaaten in Mais

Grasuntersaaten bieten eine gute Möglichkeit Greeningverpflichtungen zu erfüllen. Dazu darf die Untersaat bis zum 15. 2. des Folgejahres nicht umgebrochen werden. Danach kann das Gras genutzt oder eine neue Sommerkultur angebaut werden. Die Überführung in eine Brachebegrünung ist ebenfalls möglich. Auch unabhängig vom Greening haben Grasuntersaaten vielfache Vorteile: Begrünung und Nährstoffspeicherung nach der Ernte, Erosionschutz über Winter, Humusaufbau v.a. in engen Maisfruchtfolgen, Erhöhung der biologischen Aktivität und Tragfähigkeit des Bodens (v.a. in nassen Jahren). Zur Aussaat der Grasuntersaat kann im 6-8-Blattstadium des Maises ein Grünlandstriegel mit Nachsaattechnik, ggf ein Schneckenkorn- oder ein pneumatischer Düngerstreuer genutzt werden. Ausgesät werden kann z.B. 7,5 kg/ha Deutsches Weidelgras früh und 7,5 kg/ha Welsches Weidelgras (s.a. DSV). Der Herbizideinsatz ist auf die Grasuntersaat abzustimmen und es sollten etwa 6 Wochen zwischen Herbizideinsatz und Grasaussaat liegen.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623933207

 

 

 Beitrag vom 23. Mai 2016 

Landwirtschaftliche Hinweise zum Herbizideinsatz im Mais

Zulassung von Clio Produkten ausgelaufen – Reste aufbrauchen! Alternativ dazu (alle Blatt- u. Bodenwirkung) verschiedene Spectrum Gold Packs: Duo-Pack /Triple-Pack/Komplett-Pack. Neu außerdem: MaisTer Power- Aspect Pack: 1,25 + 1,25 l/ha. Mais zeitig mit Herbiziden (Blatt- u. anhaltende Bodenwirkung) vor Konkurrenz schützen. – volle Mengen einsetzen! – bei blattaktiven Herbiziden auf Wachsschicht achten; – keine Anwendung bei Nachtfrost, Kälte u. allg. Stress (große Tag/Nacht-Temperaturunterschiede, Temperaturen > 25°C); – beim Einsatz von Sulfonylharnstoffen Sortenverträglichkeit u. Witterung beachten! – Auflagen nicosulfuronhaltige Produkte beachten! – auf Einsatz von Bentazon (Artett) verzichten; – Wirkstoffwechsel in der Fruchtfolge einhalten! – Abstandsregelungen Gewässer u. Hangneigung beachten!

Terminhinweis: Sachkundefortbildung 22. Juni 17°° Uhr, Bebra-Solz.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 19. Mai 2016 

Ährengabe zu Weizen bei unsicheren Niederschlagsverhältnissen

Winterweizen hat das Fahnenblatt geschoben. Bei weiterhin unsicheren Niederschlagserwartungen sollte jetzt zügig die Ährengabe ausgebracht werden, denn bereits geringe Niederschläge reichen aus um den Düngerstickstoff in die Bodenlösung zu überführen. Mit der Höhe dieser Düngung ((Erreichbares Ertragsziel mal 1,7 kg N/dt) minus bereits gedüngte N-Menge) sollte das ökonomische Optimum möglichst nicht überschritten werden. Fallen bis Anfang Juni nur geringe Niederschläge, wird der Stickstoff höherer oder späterer N-Gaben von den Pflanzen kaum noch ausgenutzt. Andererseits führen höhere Niederschläge nach einer Trockenphase zu einer überdurchschnittlichen Stickstofffreisetzung aus der organischen Bodensubstanz, so dass dem Weizen mit der Düngung ausreichend Stickstoff zur Verfügung stehen wird.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 11. Mai 2016 

Schwefel und Spurenelementdüngung in Getreide und Mais

Blattanalysen zeigen in diesem Jahr, trotz Schwefeldüngung, überraschenderweise sowohl bei Weizen (EC 32) als auch bei Gerste (EC32-37) in 4 von 6 Fällen starken Schwefelmangel an (GK A). Starke S-Auswaschungen über Winter sowie, aufgrund der kühl-feuchten Witterung, eine eingeschränkte S-Freisetzung aus der organischen Bodensubstanz könnten ein Grund sein. S-Mangel zeigt sich v.a. im Aufhellen der jüngeren Blätter. Eine N-Düngung verstärkt den Mangel. S-Mangel begrenzt die Eiweißbildung sowie die Kornzahl/Ähre und damit den Ertrag. Prüfen Sie Ihre Bestände und düngen Sie ggf noch 2-2,5 kg S/ha über das Blatt.

Auch bei Mais ist mit S-Mangel zu rechen (Beitrag v. 4.4.), so dass 20 kg S/ha eingeplant werden sollten. Darüber hinaus wiesen in den zurückliegenden Jahren knapp 60 % der untersuchten Maisflächen starken Bormangel (GK A) auf. Zinkmangel (helle Streifen) war häufig sichtbar. Düngung: ab 4-Blattstadium 450 g/ha B und ggf. 700 g/ha Zink. Blattdüngung früh durchführen.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623933207

 

 

Beitrag vom 09. Mai 2016 

Abschlußbehandlung Wintergerste

Die Abschlussbehandlung in der Wintergerste steht an. Preislich teuere carboxamid- u. strobilurinhal-tigen Produkte besitzen sehr gute Dauerleistungen. In Versuchen waren keine Unterschiede bei Pro-dukten mit diesen Wirkstoffe festzustellen. Gegen Ramularia haben sich in den vergangenen Jahren zudem chlortalonilhaltige Produkte bewährt. Netzflecken werden durch Strobilurine effektiv erfasst, so dass TM aus Carboxamiden, Strobilurinen und Azolen die Bekämpfung von Pilzerkrankungen auf ein breites Fundament stellen. Der Einsatzschwerpunkt liegt im späten Blattbereich (BBCH 39/49-51). Wird die Behandlung zu Beginn des Grannenspitzens (dann ohne Wachstumsregler Cerone, Campo-san) durchgeführt, wird Ramularia sicher bekämpft. In weniger gut entwickelten Beständen oder aber auf schwächeren Standorten reicht u.U. der Einsatz eines Azols aus, um das dortige Ertragsniveau abzusichern.

K.-H. Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

Beitrag vom 25. April 2016

Zum anstehenden Siloschnitt

Die sehr niedrigen Temperaturen der letzten Aprilwoche ließen das Graswachstum stocken und die Reife verzögerte sich. Das wirft erneut die Frage nach dem richtigen Termin für den anstehenden Siloschnitt auf. Einerseits könnte man geneigt sein, die Ernte hinauszuzögern, bis der Ertragsrückstand aufgeholt ist und damit riskieren, dass die Bestände übermäßig altern und an Qualität verlieren. Andererseits kann einseitiges Schielen auf Energie und Ver-daulichkeit zu niedrige Strukturwerte in den Silagen zur Folge haben.
Der optimale Schnittzeitpunkt für die Gewinnung von Grassilage ist bei Rohfasergehalten von 23 bis 24 % erreicht. Dies ist in der Regel der Fall, wenn in einem grasreichen Pflanzen-bestand bei etwa einem Viertel der generativen Halme der Blütenstand sichtbar ist.
Weitere Anhaltspunkte gibt die Reifeprüfung des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen unter www.llh.hessen.de.

Dr. Richard Neff, LLH Eichhof, 6621/9228-14

 

 

Beitrag vom 25. April 2016

Hinweise zur Blütenbehandlung im Raps

Nach dem Ende der Kälteperiode steht die Vollblüte der Rapsbestände an. Das Auftreten der Weißstängeligkeit (Sclerotinia) ist witterungsabhängig; Sklerotien können bei ausreichender Bodenfeuchte aus 5 cm Tiefe keimen und Fruchtkörper bilden. Gefährdet ist der Raps in der Blüte. Die Vollblüte, 50-60% der Blüten sind geöffnet, ist der optimale Termin für eine Behandlung mit Fungiziden. In 3-4 jährigen Rapsfruchtfolgen mit wiederkehrendem Krankheitsbefall ist ein, auch im Bezug auf den Bienenschutz, geeignetes Fungizid, z.B. Acanto + Folicur, Cantus Gold, Custodia, Proline, Propulse, Symetra, einzusetzen. Tankmischungen mit Insektiziden sind nicht notwendig! – bei Kombinationen unbedingt B-Einstufung beachten! Applikationstechnik: Grundsätzlich abends behandeln, langsam fahren (ca. 4-5 km/h) und mindestens 300 l/ha Wasser aufwenden. Beachten Sie den Bienenschutz und sprechen Sie zuvor mit ortsansässigen Imkern!

LLH HEF/FD, Karl-Heinrich Claus; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 04. April 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zur allgemeinen Situation

Raps: Zuflug von Rapsglanzkäfern (RGK) in den vergangenen Tagen meist verhalten. Schadschwelle von 8-10 RGK am Haupttrieb nur selten überschritten; wird sie erreicht, können Biscaya, Mospilan, Danjiri eingesetzt werden – Käfer orientieren sich jedoch zunehmend zu offen Blüten hin. Neue Indikation Biscaya beachten!

Getreide: Bestände haben i.d.R. Schossphase (BBCH 31) erreicht; bei sonniger, strahlungsintensiver Witterung kann WW z.B. mit CCC + Moddus o. Calma, Countdown, Moxa eingekürzt werden. Alternativ steht Medax Top zur Verfügung. Sonnige Witterung auch für Wachstumsreglereinsatz in der Wintergerste nutzen! Keine generelle Zumischung von Fungiziden! In einigen anfälligen Weizen- und Triticalesorten ist Gelbrost zu finden; gezielte Behandlungen z.Zt. noch nicht notwendig. Bestände regelmäßig kontrollieren; Behandlungen ggf. mit Azolen (u.a. Ampera, Alto, Folicur, Kantik, Orius) durchführen.

Karl-Heinrich Claus; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 04. April 2016

Smin Untersuchungen

Bodenuntersuchungen (0-30 cm) in den AGLW Mitgliedsgemeinden zeigten auf allen 21 geprobten Flächen mit durchschnittlichen Werten von 13,5 kg mineralischem S pro ha einen Schwefelmangel. Da Sulfat ähnlich wie Nitrat relativ mobil im Boden ist, muss durch die Niederschläge der vergangenen Tage mit weiteren Auswaschungsverlusten gerechnet werden. Deshalb sollte bei der Düngeplanung von Mais und Sommergetreide eine Schwefelgabe in Höhe von 20 kg/ha, beispielsweise in Form eines S-haltigen Stickstoffdüngers wie ASS, einkalkuliert werden. Auch für Leguminosen ist Schwefel bei der N2-Fixierung von Bedeutung.
Marcel Phieler, J-L-Universität Gießen

 

 

Beitrag vom 04. April 2016

N-Düngung zum Schossen

Bei einer Tageslänge von 13-14 Stunden geht das Getreide in die Schossphase über. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Anzahl der Triebe höchstens doppelt so hoch sein, wie die angestrebte Ährenzahl (ca. 500-550). Bei dichteren Beständen kann die Anschlußdüngung noch etwas hinausgezögert werden. Während des Schossens nehmen Weizen und Gerste etwa 40-50 % des zu düngenden Stickstoffes auf. Zum Erreichen des ökonomischen Ertragsoptimums benötigen sie 1,7 kg N/dt Ertrag (realistisches Ertragsziel). Soll zur Spätdüngung noch etwa 30 % des zu düngenden N ausgebracht werden, dann ist mit der Schossergabe auf etwa 70 % (1.+2. Gabe) der errechneten Dünung aufzudüngen. Schläge, die z.B. mit Gülle und Mineraldünger-N (1a+1b) erhöht angedüngt wurden benötigen eine etwas spätere und geringere Schossergabe. Wichtig! Wurde noch kein S gedüngt sollte dies unbedingt mit der Schossergabe erfolgen.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 04. April 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zum Wachstumsreglereinsatz in der Wintergerste

Wenn die Wintergerstenbestände das Stadium BBCH 31/32 erreichen, steht der Einsatz eines Wachstumsreglers (WR) an. Bei standfesten Sorten ist eine Maßnahme ausreichend, bei sehr hoher Ertragserwartung und lagergefährdeten Sorten sind 2 Behandlungen einzuplanen. Die frühe Behandlung mit Moddus, Calma, Countdown o. Medax Top +Turbo in BBCH 31/32 erhöht die Halmstabilität, die folgende reduziert das Ährenknicken. Tankmischungen mit Fungiziden sind möglich; z. Zt. besteht allerdings kein Handlungsbedarf bei Fungiziden. Bei hoher Sonneneinstrahlung und Wassermangel die Aufwandmenge des WR´s um 20-30 % reduzieren, bei Tageshöchsttemperaturen > 28°C u. Trockenstress keine Mischungen einsetzen. LLH HEF/FD, Karl-Heinrich Claus; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 04. April 2016

Allgemeine Situation:

Letztes Wochenende z.T. starker Zuflug vom Rapsglanzkäfern (RGK) aber kaum von Rüsselkäfern. Sofern diese Beobachtung für Ihre Standorte zutrifft: Avaunt o. Plenum (beide B1!); wenn RGK u. Rüsselkäfer: Trebon (B2). Sind die Schadschwellen erreicht, kann Maßnahme ggf. mit Wachstumsreglern kombiniert werden; auf ausreichende Borversorgung achten. Nachbehandlungen (Kamille, Kornblume) nur noch mit Lontrel durchführen. Solange Ungräser und Ausfallgetreide noch getroffen werden, sind blattaktive Gräsermittel möglich. Getreide: Bestände kontrollieren – Nachbehandlungen o. noch ausstehende Ungrasbehandlungen (Ackerfuchsschwanz) zeitnah durchführen, da Ungräser z.T. bereits stark bestockt sind. Leguminosen: bei Herbizidmaßnahmen mit den Wirkstoffen Pendimethalin (Stomp) und Prosulfocarb (Boxer) auf geänderten Anwendungsbstimmungen achten!

LLH HEF/FD K.-H. Claus; 0160 90725736

 

Beitrag vom 31. März 2016

Grundnährstoffe und Spurenelemente frühzeitig düngen

Blattanalysen, die in den Mitgliedsgemeinden der AGLW in den zurückliegenden Jahren bei Weizen und Gerste zum Ende der Bestockung durchgeführt wurden, zeigen auf einem viertel bis einem drittel der untersuchten Schläge starken Phosphat bzw. Kalimangel (GK A). Dies kann, wie Ertragsvergleiche zeigen, zu Ertragseinbußen von z.T deutlich mehr als 10 dt/ha führen. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Bodenuntersuchungsergebnisse. Bei Werten in der GK A und B sollten, neben einer organischen Düngung, P und K (z.B. DAP, Kali 60) gezielt gedüngt werden. Die Grundnährstoffe sind derzeit preiswert, deshalb kann eine erhöhte Grundnährstoffdüngung sinnvoll sein.
Darüber hinaus sollte das Getreide mit Schwefel, aber mit nicht mehr als 20 kg S/ha (sonst Ertragseinbußen) gedüngt werden. Wichtig sind außerdem Bor (75 g/ha) und v.a. bei Gerste Mangan (ca. 250 g/ha). Diese Düngung sollte vor EC 32 abgeschlossen sein.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 24. März 2016

Aktuelle Nitratgehalte (0-30 cm) nach Zwischenfrüchten

Erste Bodenuntersuchungen von Zwischenfruchtflächen in den Mitgliedsgemeinden der AGLW, die im Rahmen einer Masterarbeit von M. Phieler in Gießen untersucht wurden, zeigen Nmin Gehalte, die in 0-30 cm bei durchschnittlich 35 (15-75, Pflug!) kg/ha liegen. Dies sind leicht höhere Nmin-Gehalte als im Herbst, wo diese Gehalte über 90 cm Bodentiefe gemessen wurden. Dies weist auf erste N-Freisetzungen im Boden hin. Die zusätzlich erfasste, leicht lösliche organische Stickstoffmenge liegt bei 31 (20-43) kg Norg/ha. Neben dem leicht löslichen organischen N ist bei der Silomais- ( S-getreide) -düngung auch die N-Aufnahme der Zwischenfrüchte von im Mittel 83 (26-186) kg/ha zu berücksichtigen. Mais benötigt auf den meisten Schlägen deshalb nur noch eine geringe N-Ergänzungsdüngung, so dass hier, außer auf den Schlägen ohne Zwischenfrucht, keine Gülledüngung eingeplant werden sollte.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW Tel.:06623-933207   

 

 

Beitrag vom 24. März 2016

Unkrautbekämpfung im Sommergetreide

Auflauf der Unkräuter im Sommergetreide meist gleichmäßig und zügig. Zu üblichen Behandlungs-terminen, meist ab April (Kultur hat mind. 3 Blätter), sind Temperatur- und Lichtverhältnisse für eine sichere Unkrautbekämpfung günstig. Unter diesen Voraussetzungen können bevorzugt Wuchsstoffe zum Einsatz kommen. In Tankmischung mit Kontaktmitteln auf Sulfonylharnstoffe verzichten. Ariane C eignet sich für Anwendungen zum Ende der Bestockung hin (Zusatzwirkung gegen Disteln). Auch  zu späten EC-Terminen verträglich ist Basagran DP (Sonne ist wichtig!) U 46 M-Fluid speziell bei Disteln einsetzen. Kamille, Klette und Stiefmütterchen werden nicht ausreichend bekämpft. Der Zu-satz von Pointer SX oder Trimmer SX sichert die Wirkung gegen Disteln, besonders bei nicht optimal wüchsigem Wetter ab.

K-H Claus; LLHHEF/FD; 0160 90725736)

 

 

 Beitrag vom 18. März 2016

Herbizideinsatz in Leguminosen

Oberster Grundsatz ist es, die Bestände frei von Unkraut und Ungras zu halten; für die VA – Anwendung stehen in Erbsen und Ackerbohnen u.a. Stomp Aqua, Boxer, Centium 36CS, Bandur und No-vitron zur Verfügung. Aufgrund von Wirkungslücken der Einzelprodukte sind Tankmischungen sinnvoll, z.B. Boxer + Stomp, Centium 36CS + Bandur oder Novitron
(Aclinofen und Clomazone). Behandlungen im VA bis 5 Tage nach der Saat durchführen. Sichere Wirksamkeit und Verträglichkeit ist nur bei rückverfestigtem Boden und guter Bodenbedeckung der Saat gewährleistet. Im NA in Ackerbohnen nur Basagran möglich, vorteilhaft ist ein Splitting von 2 x 0,8-1,0 l/ha, ab dem Auflaufen der Unkräuter. In Erbsen hat sich im NA, bei 5 -10 cm Erbsenhöhe, die TM Basagran + Stomp bewährt. In Lupinen ist nur VA möglich: Stomp, Boxer, Gardogold oder eine Mischung aus Boxer + Stomp; in Gelben Lupinen ist nur Lentagran WP ab dem 3. Blatt möglich. Neue Anwendungsbestimmungen von Stomp und Boxer beachten!

Karl-Heinrich Claus; LLH HEF/FD Tel.: 0160 90725736

 

 

 Beitrag vom 07. März 2016

N-Aufnahme der Zwischenfrüchte

Die meisten Zwischenfrüchte sind über Winter abgefroren. V.a. auf den Flächen, auf denen Mais angebaut werden soll und auf denen viel Ausfallgerste, -weizen , oder Altraps aufgelaufen ist, sollte bei trockenen Bodenbedingungen eine erste flache Bodenbearbeitung durchgeführt werden. Im Vergleich mit 2014 haben die Zwischenfrüchte 2015 bis Mitte/Ende Okt. mit knapp 80 kg N/ha schon rund 25 % mehr N aufgenommen. Das untere Drittel lag bei 40, das mittlere bei 75 und das obere Drittel bei 125 kg N/ha. Diese N-Mengen sollten bei der Mais bzw. Sommergetreidedüngung unbedingt berücksichtigt werden.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 07. März 2016

N-Startdüngung

Die Luft- und v.a. auch die Bodentemperaturen (5 cm) lagen bis auf wenige Ausnahmen im Januar (Frost) im deutlich positiven Bereich. Das Wintergetreide hat sich deshalb kontinuierlich weiterentwickelt und zeigt sich z.T. übermäßig bestockt. Deshalb sollte das Getreide, auch die in einigen Fällen aufhellende Gerste (Luftmangel wegen Nässe) sehr zurückhaltend und verzögert angedüngt werden, um die Bestockung nicht weiter zu fördern. Bei Befahrbarkeit der Böden Gülle als langsam wirkenden Ammonium-Dünger einsetzen, dann, je nach Witterungsverlauf, N mit Schwefel (allerhöchstens 20 kg S/ha, sonst Mindererträge) zum Ende der Bestockung/Anfang Schossen düngen. Als Startdüngung sollte nicht mehr als 40 kg N/ha mineralisch oder als Gülle/Biogassubstrat etwa 60 kg Gesamt-N/ha eingeplant werden. Die Hauptdüngemenge muss zum Schossen erfolgen. Dies war auch unter den trockenen Bedingungen 2015 richtig!

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 07. März 2016

Landwirtschaftliche Hinweise zur Kontrolle von Rapsschädlingen

Sobald die Temperaturen mehrere Tage 10°C übersteigen, unbedingt Gelbschalen im Winterraps aufstellen, um den Zuflug von Rapsschädlingen verfolgen zu können! Geschützte Waldrandlagen sowie Südhanglagen werden i.d.R. früher angeflogen als offene Lagen. Schadschwellen: Stängelrüssler: 5-10 Käfer, Kohltriebrüssler: 10 Käfer (jeweils/Gelbschale innerhalb von 3 Tagen). Sofern Sie bei Kontrollen in den Gelbschalen nur die genannten Rüsselkäfer finden, kann deren Bekämpfung mit Pyrethroiden Typ 2 (Karate Zeon, Fastac SC, Bulldock etc.) erfolgen. Finden Sie zeitgleich Rapsglanzkäfer in nennenswerter Zahl in der Schale, ist das Pyrethroid Trebon (Klasse 1) einzusetzen – Präparate der Klasse 2 besitzen hiergegen keine Wirkung!

Karl-Heinrich Claus; LLH HEF/FD; 0160 90725736

 

 

Beitrag vom 26. Februar 2016

Bei tragfähigen Böden Gülle zur Startdüngung oder als 1b- Gabe einsetzen

Raps und Getreide sind bis auf wenige Frosttage im Jan. gewachsen; Raps hat Nährstoffe eingelagert und weist kaum Blattverluste auf, – Getreide hat zunehmend bestockt. Erhöhte N-Gaben, v.a. mit leicht löslichen N führen bei Raps zu übermäßigem vegetativen Wachstum und bei Getreide zum Erhalt der zahlreichen Bestockungstriebe. Ende Okt/Anf. Nov. wurde kein unterdurchschnittlicher Raps ermittelt. 25 % der Pflanzen entsprachen dem Ziel, 75 % waren überdurchschnittlich entwickelt (N-Aufnahme 75-170 kg/ha). Durchschnittsbestände mit 3,6 kg N/dt x Zielertrag düngen, weit entwickelt Bestände mit etwa 20 kg N/ha weniger, Aufteilung unbedingt 1/3 zu 2/3 (s.o.). Zur Regeneration braucht Raps nur 1 kg N/ha und Tag!!! Aufgrund der guten Pflanzenentwickung passt in diesem Jahr Gülle als Startdünger bei Raps und Getreide. Bei später Befahrbarkeit Mineraldünger-N (40 kg/ha) mit Gülle (1b-2. Gabe) kombinieren.

Dr. W.G. Gebauer, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

Beitrag vom 12. Februar 2016

Anbau von Sommerhafer und Sommergerste

Sommergetreide kann in der kurzen verfügbaren Wachstumszeit von nur 120-150 Tagen erstaunlichen Leistungen bringen. In den Landessortenversuchen brachte Sommerhafer mehrjährig 72 dt/ha, Spit-zensorten erreichen über 90 dt/ha. Sommer-Braugerste erreichte mehrjährig 68 dt/ha, Spitzensorten kommen auf über 85 dt/ha. Leider werden diese Arten oft an abtragender Stelle in der Fruchtfolge und auf Standorten mit geringerer Bonität angebaut. Das führt im Vergleich zu den „großen Kulturen“ in der Praxis zu geringeren Erträgen. Dennoch sind diese Kulturen sehr interessant, denn der Pflanzen-schutz- und Düngeraufwand ist gering. Das entlastet das Konto und die Nährstoffbilanzen. Betriebli-che Arbeitsspitzen können entzerrt und die Maschinen besser ausgelastet werden. Zwischenfruchtan-bau vor Sommergetreide kann als ökologische Vorrangfläche angerechnet werden und dient dem Ge-wässer- und Erosionsschutz. Hafer bevorzugt Standorte mit guter Wasserversorgung, flachgründige Flächen scheiden aus, frühzeitige Saat (280-320Kö/m2) ist wichtig. Sortenempfehlung Hafer: Max, Poseidon, Scorpion, Flocke. Sommergerste: RGT Planet, Grace, Quench.

Gabriele Käufler, LLH Eichhof, Tel.: 06621/922815

 

 

Beitrag vom 12. Februar 2016

Anbau von Ackerbohnen und Körnererbsen

Ackerbohnen und Erbsen sind interessante Kulturen, die unsere getreidelastigen Fruchtfolgen auflo-ckern. Die Anbauflächen zählen als ökologische Vorrangfläche im Greening (Faktor 0,7). Legumino-sen benötigen keine Stickstoffdüngung und nur wenig Pflanzenschutz. Auf bessere Böden mit guter Wasserversorgung passt die Ackerbohne. Sie lieferte in den Sortenversuchen mehrjährig Erträge von über 50 dt/ha. Ihr Eiweißgehalt liegt bei rund 25%. Der Einsatz in der Rinderfütterung ist unproblema-tisch. Für die Fütterung von Schweinen bieten sich tanninarme Spezialsorten (z.B. Taifun) an. Voraus-setzung für hohe Erträge ist eine möglichst frühe Aussaat ab Ende Februar / Anfang März, falls die Bodenverhältnisse es zulassen. Das Saatgut (45 -50 Körner/m2) auf 7-8 cm Tiefe ablegen, um Herbi-zidschäden und Vogelfraß zu reduzieren. Aussaaten im April sind riskant, wenn Trockenheit folgt. Körnererbsen sollten ebenfalls im März gesät werden, Saattiefe 4-5cm, Aussaatstärke 70 – 80 Kör-ner/m2. Empfehlenswerte Sorten Ackerbohne: Fuego, Fanfare. Körnererbse: Respect, Salamanca, Navarro, Alvesta. Auf gute Standfestigkeit achten. Saatgut umgehend ordern!

Gabriele Käufler, LLH Eichhof, Tel.: 06621/922815

Praktikum

FOS-Schülerpraktikum

Hochschulpraktikanten:

  • Praktikant Pflanzenproduktion und Stickstoffmanagement
  • Praktikant Kommunikation und Onlinepräsentation

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