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Winterraps

Sortentypen und Bestandsaufbau in den Wasserschutzgebieten der AGLW – Mitgliedsgemeinden angebauten Winterrapssorten (Ernte 2016) und 2017

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Ertragsbildung bei Raps

Wasser und Prodtech bei RapsDie Rapsaussaat erfolgte im August 2016 teilweise unter sehr trockenen Bedingungen und überdurchschnittlichen Temperaturen. Dies führte auf vielen Standorten zu einem schlechten Feldaufgang. Regionen mit ausreichend Niederschlag und genügend Keimwasser konnten sich hingegen gut entwickeln. Besonders die überdurchschnittlichen Lufttemperaturen im September führten dazu, dass sich diese Bestände sehr gut entwickeln konnten. Bei Tagesmitteltemperaturen von mehr als 3°C standen dem Raps ab dem 25.8. bis zum Jahresende noch 111 (2015: 116) Wachstumstage mit einer Temperatursumme von 1123,3 °C (2015: 1204,5 °C) zur Verfügung. Berücksichtigt man Tagesmitteltemperaturen von über 0°C waren es sogar 129 Tage (2015: 129 Tage) mit einer Temperatursumme von 1157,8 °C (2015: 1223,9 °C). Wie die Abbildung oben zeigt, ist dies mehr als ausreichend für eine gute Rapsentwicklung bis zum Jahresende, vor allem dann wenn die Nährstoffversorgung (Stickstoff, Schwefel, Bor, Phosphat bzw. Kali), der pH-Wert und der Pflanzenschutz gesichert waren.
Bei überdurchschittlichen Niederschlägen v.a. im November, Januar und Februar dürfte es zu Wachstumsbeginn in einigen Fällen zu einer knappen Schwefel-, Bor- und, auf Mangelstandorten, Kaliversorgung gekommen sein.
So zeigen Blattanalysen der AGLW aus den zurückliegenden Jahren, dass bei Raps zu Beginn der Blüte auf 23,5% der untersuchten Schläge mit Kalimangel (GK A) zu rechnen ist. Bormangel (11.8 % der untersuchten nicht mit Bor gedüngten Schläge = GK A) tritt heute seltener auf, ebenso Schwefelmangel, da Raps im Frühjahr mit diesen Nährstoffen regelmäßig gedüngt wird.

 

N-Aufnahme vor Winter bei der Frühjahrsdüngung 2017 berücksichtigen

Rapsfrischmasse Herbst 2016Vom 25.08. bis zum 31.10.2016 standen dem Raps 68 Wachstumstage und eine Temperatursumme von 894,2 °C zur Verfügung. Wie der nebenstehenden Abbildung zu entnehmen ist, war bei 17% der 55 Praxisschläge, auf denen eine Frischmasseermittlung durchgeführt wurde, mit 0,5-0,9 kg/qm Frischmasse die Herbstentwicklung sehr verhalten. Dies war vermutlich größtenteils auf die trockenen Aussaatbedingungen und den damit verbundenen verzögerten Feldaufgang zurückzuführen. Lediglich 13% der Schläge haben mit 1,0-1,4 kg/qm Frischmasse etwa 50 kg N/ha im Herbst aufgenommen, was hinsichtlich Winterfestigkeit und Krankheitsanfälligkeit als optimal gilt. Hier ist mit einer standortangepasster Düngung im Frühjahr (3,6 kg N/dt Ertragserwartung) das ökonomische Ertragsoptimum zu erreichen ist.

Demgegenüber waren 70 % der Schläge mit mehr als 1,5 kg Frischmasse/qm so gut entwickelt, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen 75 und 167 kg N/ha aufgenommen haben dürften. Die im Herbst aufgenommene N-Menge oberhalb von 50 kg/N ha kann zu 70 % bei der N-Düngermenge im Frühjahr abgezogen werden. Sind beispielsweise 75 kg N/ha im Herbst aufgenommen, so können von 25 kg N/ha bei der N-Düngermenge im Frühajhr 70%, d.h. 17,5 kg N/ha berücksichtigt werden. Ist der Bestant mit 2 kg Frischmasse/qm üppig gewachsen und hat etwa 100 kg N/ha aufgenommen, können sogar 35 kg N/ha bei der Düngung im Frühjahr eingespart werden.

 

Berechnung:

 

Normaler Bestand
kg N/ha

Gut entwickelt
kg N/ha
Üppig entwickelt
kg N/ha
N-Aufnahme im Herbst 50 75 100
N-Aufnahme optimaler Bestand 50 50 50
zusätzlich aufgenommen 0 +25 +50
Abzug bei  N-Düngemenge im Frühjahr (70%) 0 -17,5 -35

 

 

N-Gesamtmenge im Frühjahr 2017

Wie die Auswertungen der AGLW-Praxisdemonstationsflächen aus den zurückliegenden Jahren gezeigt haben, benötigte der Raps zum Frühjahr etwa

3,6 kg N/dt.

Dabei wird eine mittlere N-Aufnahme im Herbst von 40-50 kg berücksichtigt. Bei einem Ertragsziel von 35 dt/ha müssen im Frühjahr also noch rund 126 kg N/ha oder bei einem Ertragsziel von 40 dt/ha 144 kg N/ha gedüngt werden. Bei einer sehr guten Herbstentwicklung des Rapses kann bzw. sollte diese N-Menge noch durch die vor Winter erhöht aufgenommene N-Menge korrigiert werden (siehe oben).

Bezüglich der N-Verteilung sollten bis etwa Mitte März zur Regeneration mit höchstens 40% der geplanten N-Menge angedüngt werden. Diese Gabe fördert u.a. das Wachstum des Haupttriebes und die Verzweigung der Pflanze. Eine deutlich höhere 1. N-Gabe führt nur zu einem übermäßigen vegetativen Wachstum, das zu Lasten der Schotenbildung geht. Diese 1. bzw 2. N-Gabe sollte zudem mit einer Schwefeldüngung verbunden werden (ca. 1,0 kg S/dt Ertragsziel).
Wichtig ist für die normal bis sehr gut entwickelten Bestände die zweite N-Gabe zu Beginn des Schossens. Diese fördert das Längenwachstum der Seitentriebe, die N-Versorgung der Blüte und sichert einen hohen Schoten- und Kornansatz. Je nach Witterungsverlauf wird diese N-Gabe bis zum 1. April bzw. in der 1. Aprilwoche zu düngen sein.

Sinnvoll ist die auf den Bestand und das Ertragsziel ausgerichtete N-Düngung auch unter der Berücksichtigung des Ölgehaltes, da dieser mit steigender N-Versorgung abnimmt (ca. 0,1% Öl je 10 kg N). Das düngerkostenbereinigte Ertragsoptimum liegt deshalb unter dem Ertragsoptimum.

 

Mikronährstoffdüngung

Besondere Bedeutung hat für den Raps v.a. eine ausreichende Borversorgung. Zur Verbesserung der Winterhärte sollten deshalb im Herbst ab dem 4-6-Blatt-Stadium 150g Bor/ha gedüngt werden. Darüber hinaus sollten im Frühjahr mit der 1. Insektizidbehandlung 150g Bor/ha zur Förderung der Zelldifferenzierung und Zellstreckung und eine 3. Bordüngung mit 150g B/ha mit der letzten Insektizidmaßnahme vor der Blüte gedüngt werden. Diese Düngung fördert die Blütenbildung und das Wachstum des Pollenschlauches auf der Narbe einer Blüte.

 

Rückblick Rapsanbaujahr 2015/16

Rapsfrischmasse15

Rund 26% der untersuchten Praxisschläge hatten im Herbst 2015 mit 1,0- 1,4 kg/qm Frischmasse eine optimale Vorwinterentwicklung (N-Aufnahme ca. 50 kg N/ha). Durch die milde Witterung im Herbst 2015 waren 74 % der
Schläge mit mehr als 1,5 kg Frischmasse/qm so gut entwickelt, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen 75 und 167 kg N/ha aufgenommen haben dürften.

 

 

Kornertrag Raps 2016

Bei einer optimalen Vorwinterentwicklung war bei einem Ertragsziel von 40 dt/ha mit einer standortangepasster Düngung im Frühjahr (3,6 kg N/dt Ertragserwartung) eine sehr effiziente N-Ausnutzung gegeben, was durch die geringen Nmin-Gehalte von 58 kg/ha nach der Ernte bestätigt wird. Wurde die N-Aufnahme oberhalb von 50 kg/ha bei der der N-Düngermenge im Frühjahr nicht abgezogen, führte das überschüssige N-Angebot nicht zu einem höherem Kornertrag. Das der überschüssige Stickstoff nicht verwertet wurde, war an deutlich erhöht Nmin-Gehalte nach der Ernte ersichtlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. W.G. Gebauer und Dr. D. Laufer, AGLW, Tel.: 06623/933 207

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  • Praktikant Pflanzenproduktion und Stickstoffmanagement
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