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Situation Juni-August

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Winterraps

N-Aufnahme vor Winter und angepasste Frühjahresdüngung 2018

Die Rapsaussaat erfolgte 2017 unter sehr nassen Bedingungen. Nach hohen Niederschlägen (Juli/August) und wenige regenfreie Perioden war das Saatbett nicht immer optimal. Bei wassergesättigten Böden kam es zu Aussaatverzögerungen, Auflaufschwierigkeiten und gehemmter Wurzelausbildung. Diese Umstände führten in 62 % der untersuchten Schläge zu einem schwachen Herbstbestand (Bild).

 

 Die N-Aufnahme im HerbstHerbstaufnahme raw errechnet sich aus der Frischmasse von einem Quadratmeter Fläche in kg multipliziert mit 45 (FM/m² x 45). Ein optimal entwickelter Bestand hat 50 kg N/ha aufgenommen. Eine deutliche Erhöhung der N-Aufnahme muss im Frühjahr zu 70% berücksichtigt werden, sodass das N-Bilanzsaldo nicht unnötig erhöht wird. Im Herbst 2017 fand kaum übermäßige N-Aufnahme statt. Deshalb muss die N-Düngung dem Bestandesbild angepasst werden. Bei schlecht entwickelten Herbstbeständen von bis zu 0,9 kg FM/m² muss das Ertragsziel deutlich reduziert werden.

Empfehlung:

3,6 kg N/dt x Ertragserwartung

 

Die Faustzahl von 3,6 kg N/dt Ertrag wurde durch zahlreiche AGLW-Praxisdemontstrationsflächen über Jahre ermittelt und richtet sich nach dem ökonomischen Ertragsoptimum. Dabei wird auch der Ölgehalt berücksichtigt, da dieser mit steigender N-Versorgung abnimmt (ca. 0,1% Öl je 10 kg N). Die Faustzahl zur Frühjahresdüngung bezieht sich auf einen normal entwickelten Bestand zu Vegetationsende (50 kg N-Aufnahme/ha). Ein Abschlag bei gut entwickelten Beständen von 20-30 kg N/ha ist nötig (Tabelle).

 

 

Normaler Bestand
kg N/ha

Gut entwickelt
kg N/ha
Üppig entwickelt
kg N/ha
N-Aufnahme im Herbst 50 75 100
N-Aufnahme optimaler Bestand 50 50 50
zusätzlich aufgenommen 0 +25 +50
Abzug bei  N-Düngemenge im Frühjahr (70%) 0 -17,5 -35

 

Mäßig entwickelte Herbstbestände sollten bei einer Ertragserwartung von 30-35 dt/ha liegen.

Bsp.:

3,6 kg N/dt x 35 dt = 126 kg N/ha Düngebedarf

 

Schlechte Bestände können durch gesteigerte N-Gabe im Frühjahr nicht kompensiert werden.

 

Durch reichlich Niederschlag über Herbst und Winter sollte zu Beginn Nitratstickstoff gegeben werden. Da Schwefel ausgewaschen ist, sollte dieser möglichst früh gedüngt werden.

 

Erste Gaben mit langsam wirkenden N-Formen (SSA, Piammon, etc.) sollten durch nitrathaltige Dünger ergänzt werden (KAS), wobei die 1. N-Gabe 40 % (Regeneration) und die 2 N-Gabe mit 60 % der Gesamt N-Menge umfassen sollte. Eine übermäßige Versorgung zur 1. Gabe fördert die Biomassebildung, die zu Lasten der Schotenbildung geht. Wichtig ist die 2. N-Gabe zu Beginn des Schossens. Diese fördert das Längenwachstum der Seitentriebe, die N-Versorgung der Blüte und sichert einen hohen Schoten- und Kornansatz. Je nach Witterungsverlauf wird diese N-Gabe bis zum 1. April bzw. in der 1. Aprilwoche zu düngen sein. Der Schwefelbedarf liegt bei 1 kg S/dt Ertragsziel.

 

Empfehlung:

 

  1. Gabe: 40 % des gesamt N-Bedarfs (s.o.), Einsatz von Nitrat-Düngern (ggf. 1.Gabe splitten), Schwefel einbringen

 

  1. Gabe: 60 % des gesamt N-Bedarfs, ggf. Schwefel nachdüngen

 

 

Mikronährstoffdüngung

Besondere Bedeutung für den Raps hat eine ausreichende Borversorgung. Zur Verbesserung der Winterhärte sollten deshalb im Herbst ab dem 4-6-Blatt-Stadium 150 g Bor/ha gedüngt werden. Da Bor auch das Wurzelwachstum anregt, sollte in diesem Frühjahr so früh wie möglich 150-250 g Bor/ha gegeben werden, denn Bor fördert auch die Zelldifferenzierung und Zellstreckung. Eine 3. Bordüngung mit 150 g B/ha mit der letzten Insektizidmaßnahme vor der Blüte ist für die Fertilisation nötig. Sie fördert die Blütenbildung und das Wachstum des Pollenschlauches auf der Narbe einer Blüte. Da auch Mangan durch die hohen Niederschläge in tiefere Bodenschichten verlagert wurde, ist in diesem Frühjahr neben Bor eine Mangandüngung von 150-200 g Mn/ha vor der Blüte anzuraten. Mangan unterstützt die Umverlagerung von Stoffwechselprodukten in die Schoten, verbessert die Photosyntheseleistung und hilft bei Trockenstress.

 

Empfehlung:

 

Bor:             150 g/ha Herbst (BBCH 14-18),

  150 g/ha zur ersten Insektizidmaßnahme,

  150 g/ha letzte Insektizidmaßnahme (bis BBCH 59)

 

Mangan:      150-200g Mn/ha bis BBCH 59

 

 

Herbstdüngung Raps

Eine Herbstdüngung zu Raps kann durchaus sinnvoll sein. Spätsaaten oder schwächere Bestände profitieren durch eine Startdüngung im Herbst. Ein Überwachsen der Bestände muss jedoch in jedem Fall verhindert werden, um das Auswinterungsrisiko zu senken. Dennoch ist es ein Vorteil, wenn der Raps gut entwickelt in den Winter geht. Wie oben beschrieben ist es wichtig, die Biomasse vor Winter bei der Frühjahresdüngung zu berücksichtigen. Dadurch wird die Mineralisation der Blattverluste bei üppigen Beständen (durch hohe N-Aufnahme aus Vorfrucht oder nach Düngung) einkalkuliert. Wird die Düngung im Frühjahr nicht reduziert, kommt es zu einer Erhöhung der N-Bilanz.Herbstdüngung_RAW

In der Abbildung ist im Durchschnittsertrag der letzten drei Jahre hinsichtlich mit und ohne Herbstdüngung kaum ein Unterschied zu sehen. Anders ist es bei der zugeführten N-Menge. Der deutlich erhöhte N-Aufwand in Verbindung mit der Herbstdüngung lässt auf eine Nichtanpassung der Düngemenge im Frühjahr schließen. Als Resultat wirkt sich dieser Überschuss steigernd auf die Stickstoffbilanz aus.

 

 

 

 

Ertragsbildung bei Raps

Wasser und Prodtech bei Raps

 

 

 

 

Rückblick Rapsanbaujahr 2015/16

Rapsfrischmasse15

Rund 26% der untersuchten Praxisschläge hatten im Herbst 2015 mit 1,0- 1,4 kg/qm Frischmasse eine optimale Vorwinterentwicklung (N-Aufnahme ca. 50 kg N/ha). Durch die milde Witterung im Herbst 2015 waren 74 % der
Schläge mit mehr als 1,5 kg Frischmasse/qm so gut entwickelt, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen 75 und 167 kg N/ha aufgenommen haben dürften.

 

 

Kornertrag Raps 2016

Bei einer optimalen Vorwinterentwicklung war bei einem Ertragsziel von 40 dt/ha mit einer standortangepasster Düngung im Frühjahr (3,6 kg N/dt Ertragserwartung) eine sehr effiziente N-Ausnutzung gegeben, was durch die geringen Nmin-Gehalte von 58 kg/ha nach der Ernte bestätigt wird. Wurde die N-Aufnahme oberhalb von 50 kg/ha bei der der N-Düngermenge im Frühjahr nicht abgezogen, führte das überschüssige N-Angebot nicht zu einem höherem Kornertrag. Das der überschüssige Stickstoff nicht verwertet wurde, war an deutlich erhöht Nmin-Gehalte nach der Ernte ersichtlich.

 

 

 

Sortentypen und Bestandsaufbau in den Wasserschutzgebieten der AGLW – Mitgliedsgemeinden angebauten Winterrapssorten (Ernte 2016) und 2017

Zur Sortenübersicht >

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. W.G. Gebauer und Philipp Pfister, AGLW, Tel.: 06623/933 207

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