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Wirtschaftsdüngeranalysen

Nährstoffgehalte von Gülle

Gesamt N-Gehalt- Auswertung der Analysen von 2004-2016

 

  n Mittelwert Tiefstwert* Höchstwert*
Ferkelgülle 1 3,6 3,6 3,6
Jungvieh/Bullengülle 22 4,0 2,6 5,8
Milchviehgülle 121 3,9 2,8 5,1
Rindergülle 42 3,9 2,5 6,5
Mischgülle 22 3,8 2,1 5,0
Sauengülle 34 3,3 2,3 4,6
Schweinegülle 105 4,6 2,6 6,9

 *unteres bzw. oberes Viertel der Proben

 

Die Analysen der Gesamt-N-Gehalte zeigen eine erhebliche Streuung. So enthält zum Beispiel das obere Viertel der Analysen zum Teil mehr als das doppelte an Gesamt-N/cbm als das untere Viertel. Zwar entspricht der Mittelwert bei Milchvieh bzw. Jungvieh/Bullengülle mit rund 4 kg/cbm den allgemein verwendeten Faustzahlen, bei der erheblichen Streuung der Werte dürfte die Wirkung der Gülle jedoch zumeist über- bzw. unterbewertet werden.

Im Vergleich zur Rindergülle schwanken die Schweinegüllen in einem noch weiteren Bereich. Mit Faustzahlen (6 kg/cbm) kann hier nicht gerechnet werden. Dies würde entweder zu einer zu geringen Düngung und damit zu Ertragsverlusten, oder zu einer Überdüngung der Bestände und damit zu einem zu hohen Zukauf an Mineraldünger führen.

Eine eigene Gülleanalyse ist deshalb unbedingt zu empfehlen! Fragen sie nach Probebehältern. Dr. Gebauer / Frau Lindenborn Tel.: 06623 933 207

Gesamt N-Gehalt in Abhängigkeit von der Trockenmasse

Die Höhe des Gesamt-N-Gehaltes hängt sowohl bei den Rinder- als auch bei den Schweinegüllen in starkem Maße von der Trockenmasse ab. Je höher diese ist, desto mehr Stickstoff enthält die Gülle. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass eine Gülle mit hoher Trockenmasse schlechter fließfähig ist und damit weniger gut in den Boden eindringt.

 

 

Wird die Gülle im Frühjahr zur Getreide- bzw. Rapsdüngung eingesetzt, ist jedoch unter dem Gesichtspunkt der N-Ausnutzung und damit unter dem Gesichtspunkt der Kosteneinsparung wichtig, dass die Gülle schnell in den Boden eindringt. Aus diesem Grunde ist bei einer Gülle mit hoher Trockenmasse eine Wasserzugabe vorteilhaft.
Darüber hinaus ist die N-Wirkung einer solchen Gülle im zeitigen Frühjahr bei dann noch niedrigeren Temperaturen höher, als im späten Frühjahr. Es bietet sich also an, Gülle mit einer hohen Trockenmasse im zeitigen Frühjahr auf Grünland bzw., je nach Befahrbarkeit, im Getreide bzw. im Raps als 1a- bzw. als 1b-Gabe einzusetzen. Bei einer direkten Einarbeitung bietet es sich ebenfalls an, Gülle mit einer hohen Trockenmasse zur Düngung des Silomaises, der Sommergerste oder der Hafers einzusetzen.

Der Ammoniumanteil am Gesamt-N-Gehalt

NH4-Gehalt in % vom Gesamt N-Gehalt

 

  n Mittelwert Tiefstwert* Höchstwert*
Ferkelgülle 1 75,0 75,0 75,0
Jungvieh/Bullengülle 22 56,0 38,5 66,7
Milchviehgülle 121 55,9 44,9 68,2
Rindergülle 42 60,8 36,5 75,0
Mischgülle 22 60,9 43,5 76,2
Sauengülle 34 79,3 62,2 91,4
Schweinegülle 105 73,5 61,1 88,1

 *unteres bzw. oberes Viertel der Proben

 

Nach Faustzahlen enthält Rindergülle etwa 50% NH4-N und 50% organischen Stickstoff je cbm. Bei Schweinegülle wird hingegen mit 60% NH4-N und 40% organischem Stickstoff je cbm gerechnet. Wie die vorliegenden Untersuchungen von Gülle aus der hiesigen Region zeigt (s.o.) enthalten die meisten Rinder- als auch die meisten Schweinegüllen deutlich mehr NH4-N als die Faustzahlen ausweisen. Sie sind damit erheblich wirkungsvoller, als vielfach angenommen und somit als Ammoniumdünger zu betrachten. Eine Ausbringung auf Schnee (hohe Entgasung und damit erhebliche Wirkungsverluste) bzw. bei hohen Temperaturen sollte möglichst vermieden werden.
Eine Gülle-Düngung zu Weizen im EC-Stadion 32/34 zeigte in der Praxis auch bei erhöhten Temperaturen eine sehr gute Wirkung, wenn die Gülle mit Schleppschläuchen ausgebracht wurde und fließfähig war, also schnell in den Boden eindringen konnte.

Phosphatgehalt – Auswertung der Analysen von 2004-2016

P2O5-Gehalt in kg/cbm

 

  n Mittelwert Tiefstwert* Höchstwert*
Ferkelgülle 1 1,5 1,5 1,5
Jungvieh/Bullengülle 22 1,7 1,0 2,8
Milchviehgülle 121 1,6 1,1 2,2
Rindergülle 42 1,7 0,9 2,8
Mischgülle 22 1,8 0,9 2,9
Sauengülle 34 2,0 0,7 3,5
Schweinegülle 105 2,5 1,1 4,4

*unteres bzw. oberes Viertel der Proben

 

Ähnlich wie die N-Gehalte schwanken auch die P-Gehalte der unterschiedlichen Güllen und weichen zum Teil deutlich von den Faustzahlen (Rindergülle 1,7 kg P2O5/cbm, Schweinegülle 4 kg P2O5/cbm) ab. Insbesondere bei Schweinegülle fallen die unterdurchschnittlichen Gehalte auf.

Kaligehalte – Auswertung der Analysen von 2004-2016

K2O-Gehalt in kg/cbm

 

  n Mittelwert Tiefstwert* Höchstwert*
Ferkelgülle 1 1,9 1,9 1,9
Jungvieh/Bullengülle 22 4,9 2,4 9,1
Milchviehgülle 121 4,3 2,8 5,7
Rindergülle 42 5,1 3,4 8,9
Mischgülle 22 3,8 1,5 5,7
Sauengülle 34 1,9 1,3 2,5
Schweinegülle 105 2,8 2,8 5,7

*unteres bzw. oberes Viertel der Proben

 

Wie bei den P2O5-Gehalten schwanken auch die K2O-Gehalte der unterschiedlichen Güllen und weichen zum Teil deutlich von den Faustzahlen (Rindergülle 5,3 kg K2O/cbm, Schweinegülle 4 kg K2O/cbm) ab. Insbesondere bei Schweinegüllen fallen die unterdurchschnittlichen Gehalte auf.

Festmist – Auswertung der Analysen von 2004-2016

 

  n MW TS MW Ges.N MW NH4-N MW P MW K
Geflügelmist 2 10,4 22 5,8 13,2 12,7
Mischmist 2 11,1 5,6 3,0 2,5 3,5
Rindermist 5 22,1 5,1 1,1 3,2 9,1
Schweinemist 3 19,2 9,4 6,1 7,3 5,5

 

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