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Zwischenfrüchte

Zwischenfrüchte und Untersaaten als „Nährstoffspeicher“

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26.09.2015: Zwischenfruchtmischung „Aqua Pro“

ohne Leguminosen und ohne Kruziferen

 

Oberirdische Biomasse am 19.10.2016       54,4 dt/ha TS
N-Gehalt     2,4 % N
N-Aufnahme Oberirdische Biomasse 130,6 kg N/ha  

 

 

 

Nach der Ernte der Hauptfrucht und vor der Sommerung sollte eine Zwischenfrucht ausgebracht werden. Sie dient als Nährstoffspeicher über die Wintermonate und schützt diese so vor Auswaschung. Auch zusätzlich zugeführter Stickstoff in Form von Gülle (bei Aussaat bis 15.09) nimmt Sie auf und speichert ihn für meine Sommerfrucht. In nachfolgender Grafik werden die Werte für das Jahr 2017/2018 dargestellt.Zwfr_Tabelle2017_2 Auf Grund der Witterung im Herbst 2017 wurden die Zwischenfrüchte recht spät ausgesät. Je später Zwischenfrüchte in die Erde kommen, desto kürzer ist ihre Vegetationszeit und dem zur Folge ist auch die N-Aufnahme niedriger.

 

Neben der N-Aufnahme wurde auch das N-Saldo berechnet. Trotz der Witterung zeigt sich dieses stark negativ, selbst bei voller Berücksichtigung des Gülle- bzw. Biogassubstrat-N oder einer Berücksichtigung von 40 % des Festmist-N. Dies bedeutet, dass die Zwischenfrüchte neben organischem Dünger-N noch erhebliche N-Mengen aus der Bodenmineralisierung gebunden haben. Dieser positive Effekt zeigt sich auch in geringen Nmin-Gehalten.

 

In zahlreichen Praxisversuchen zeigte sich zudem, dass der von den Zwischenfrüchten aufgenommene Stickstoff der folgenden Sommerkultur (z.B. dem Silomais) weitgehend zur Verfügung steht. Die von den Zwischenfrüchten aufgenommenen N-Mengen sollten also bei der Düngung der Sommerkulturen berücksichtigt werden.

 

Je mehr Stickstoff die Zwischenfrucht aufnimmt, umso mehr steht der Folgekultur zur Verfügung. Ziel muss es also sein die Zwischenfrucht möglichst N-Effizient zu machen. Um das zu erreichen muss sie früh ausgebracht werden. In Versuchen hat sich gezeigt, dass eine Aussaat mit Drille wesentlich vorteilhafter ist im Vergleich zum Schnekenkornstreuer. Die Gülle muss möglichst früh kommen, damit die Zwischenfrucht den darin enthaltenen Stickstoff aufnehmen kann.

 

Zu Beginn stellt sich die Frage welche Zwischenfrucht in den Betrieb passt. Organische Düngung eignet sich nicht bei reinen Leguminosenmischungen. Kruziferen sollten fehlen bei Raps in der Fruchtfolge genauso fehlen wie Leguminosen bei Ackerbohnen oder Erbsen. In Untersuchungen hat sich zudem gezeigt, dass Kruziferen eher spätsaatverträglicher sind.Zwfr_Tabelle2017

 

Neben der Stickstoffkonservierung dienen Zwischenfrüchte auch dem Humusaufbau, der Bodenlockerung und dem Erosionsschutz

 

 

Untersaaten

Zwf 8Grasuntersaaten zählen beim Greening als Zwischenfrucht. Im Zusammenhang mit dem Greening bieten sich Grasuntersaaten v.a. auf Flächen an, auf denen Mais nach Mais angebaut wird (Bild). Ein weiterer Vorteil der Grasuntersaat im Mais ist zudem die höhere Tragfähigkeit des Bodens bei der Ernte und der Humusaufbau. Grasuntersaaten in Getreide können zudem zu einer gewissen Entzerrung von Arbeitsspitzen führen. Grasuntersaaten und Herbizideinsatz müssen jedoch aufeinander abgestimmt werden!

 

Zwf 7Im 6-8-Blattstadium funktioniert die Untersaat mit dem Schneckenkornstreuer. Das System ist jedoch sehr windanfällig. Zudem bleiben einige Grassamen auf den Maispflanzen liegen. Besser eignet sich ein pneumatischer Düngerstreuer bzw. ein Grünlandstriegel.

 

 

 

 

 

Zwischenfrüchte 2014/2015

Zwf 3Die Ertragsermittlung der Zwischenfrüchte fand 2015 ab dem 19.10. statt. Durch den warmen Herbst sind die Zwischenfrüchte nach der Ertragsermittlung noch beachtlich weitergewachsen und haben dabei, wie 2 beispielhaft ausgewählte Flächen zeigen, noch weiteren Stickstoff aufgenommen (Bild). Bei den nachfolgenden Darstellungen ist dieser Zuwachs nicht berücksichtigt.

 

Zwf 4Im Gegensatz zum Herbst 2014 spielte 2015 der Aussaattermin für die Biomassebildung und den N-Entzug nur eine untergeordnete Rolle, da Trockenheitsbedingt die früh gesäten Zwischenfrüchte bzw. Zwischenfruchtmischungen nicht viel früher als die später gesäten Mischungen keimten. Früher gesät wurden im Allgemeinen Mischungen ohne Kruziferen. Die meisten Mischungen wurden in der Zeit von Anfang bis Mitte August ausgesät und nahmen bis in den Oktober zwischen 60 und 100 kg N/ha auf. Geringere N-Aufnahmen waren zumeist auf ungünstige Aussaatbedigungen oder eine fehlende bzw. zu spät durchgeführte organische Düngung zurückzuführen. Die höchste N-Aufnahme lagen bei 188 kg N/ha.

 

ZWFrN-AufnahmeWie 2014 war das Saatgut der Kruziferen auch 2015 am billigsten. Im Vergleich zu den Mischungen wurde mit ihnen aber in beiden Jahren die geringste TM gebildet (Abbildung). Auch die N-Aufnahme war geringer als bei den Mischungen. Werden die ausgesäten Zwischenfrüchte in Gruppen zusammengefasst, wird ebenfalls deutlich, dass Mischungen mit Kruziferen etwas preiswerter sind als Mischungen ohne. Wird Raps in der Fruchtfolge angebaut scheiden diese Mischungen dennoch aus, um Kolhernie, einen bodenbürtigen Pilz, nicht zu fördern. Darüber hinaus zeigt die Abbildung, dass mit den verschiedenen Zwischenfruchtmischungen zwischen etwa 32 dt TM /ha und 39 dt TM/ha gebildet wurde was zu einer N-Aufnahme von 72 – 91 kg N/ha (im Mittel von 85 kg N/ha) geführt hat. Dabei ist der weitere Ertragszuwachs (s.o.) während der warmen Herbstmonate nicht berücksichtigt. Lediglich auf 6,7 % der untersuchten Schläge waren die Mischungen mit einer N-Aufnahme von unter 40 kg N/ha deutlich unterdurchschnittlich entwickelt. Bei 16,7 % der Schläge  hatten die Mischungen hingehen mehr als 120 kg N/ha aufgenommen.

Neben der N-Aufnahme wurde auch das N-Saldo berechnet. Dieses zeigt sich stark negativ, selbst bei voller Berücksictigung des Gülle- bzw. Biogassubstrat-N oder einer Berücksichtigung von 40 % des Festmist-N. Dies bedeutet, dass die Zwischenfrüchte neben organischem Dünger-N noch erhebliche N-Mengen aus der Bodenmineralisierung gebunden haben. Dieser positive Effekt zeigt sich auch in geringen Nmin-Gehalten.

In nachfolgenden Praxisvergleichen zeigte sich zudem, das der von den Zwischenfrüchten aufgenommene Stickstoff der folgenden Sommerkultur (z.B. dem Silomais) weitgehend zur Verfügung steht. Die von den Zwischenfrüchten aufgenommenen N-Mengen sollten also bei der Düngung der Sommerkulturen berücksichtigt werden.

Fazit:

Zwischenfrüchte eignen sich hervorragend zur Herbstdüngung mit organischen Düngern. Sie fördern deren N-Effizienz.

 

 

 

 

Dr. W.G. Gebauer, Philipp Pfister, AGLW, Tel.: 06623-933207

 

 

 

 

 

 

 

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